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Kreative im Wrangelkiez
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Der Schweizer Roger Stein firmiert als Autor und Komponist dieser ungewöhnlichen Mischung aus Hip-Hop, klassischer Kammermusik und Chanson, präsentiert werden die meisten der Lieder von Partnerin und Mitstreiterin Sandra Kreisler. Eine stimmige Genrebezeichnung für Wortfront-Songs muss noch gefunden werden, aber Fans im Alter zwischen sieben und 70 Jahren beweisen, dass diese Musik auch ohne Schublade funktioniert. Wer sich ihr einmal öffnet, den lässt sie nicht mehr los.
Wortfront überrascht durch eine ungewöhnliche stilistische Vielseitigkeit: Da schmiegt sich ein vorlauter Popsong an ein Lied mit fröhlicher Tango-Noblesse und eine handgemachte Rocknummer folgt auf ein Stück mit chansonesker Attitüde, da brennt sich ein gerappter Sommerhit direkt in die Gehörgänge oder eine zärtliche Ballade weckt mit schwermütigem Text tiefe Sehnsüchte. Lieder von Wortfront sind nicht nur Lieder, sie sind Momentaufnahme, Milieustudie und Mahnung in einem. Es geht sarkastisch zur Sache und oft verfinstert sich ein Song zur ätzenden Satire, doch es macht stets ein hübsches Geräusch, wenn bei Wortfront Tabus brechen - weil neben allem skurrilen und bitterbösen Humor immer genug Platz für zärtliche Botschaften bleibt, die direkt ins Herz treffen. Das erste Wortfront-Album "Lieder eines Postmodernen Arschlochs" erschien 2006 und wurde gleich mit dem "Preis der deutschen Schallplattenkritik" ausgezeichnet.
Das Album "Freilandherz", seit 2010 auf dem Markt, ist das nunmehr vierte, und es ist merkbar, dass sich die Künstler zunehmend von elektronisch vorprogrammierten Klängen verabschieden. Das echte Schlagzeug raut den Sound auf, rockig angehauchte Arrangements mit Pop-Appeal sorgen inzwischen für ein kleines kommerzielles Kalkül. Doch trotzdem bleibt das Duo seinem vertraut anspruchsvollen Sound treu und traut sich noch immer, freche Symbiosen mit klassischen Klängen einzugehen.
www.wortfront.com
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